Anamnese Teil 6
Befundaufnahme am Muskel- und Skelettsystem.
Geräte die täglicher Bewegung und Belastung unterstehen verschleißen. Beim Menschen ist das nicht anders. Hier kann bei vorliegendem Verschleiß medizinische Hilfe geleistet werden. Entsprechende Untersuchungsmethoden geben Aufschluss. Die Diagnose führt zur Therapie. Dank der forschenden Pharmaindustrie stehen entsprechende Medikamente zur Verfügung.
Ein großer Teil der Patienten kommt mit Beschwerden des Muskel- und Gelenksystems in die Praxen. Das erfordert eine eingehende Untersuchung in dieser Richtung. Hier muss der Patient sich bis auf die Unterhose entkleiden. Der Patient wird gebeten sich mit dem Rücken zum Untersucher zu stellen. Er wird angehalten tief einzuatmen, spannt alle Muskeln an, schließt die Augen und atmet aus. Danach entspannt er wieder während die Augen geschlossen bleiben. Erst jetzt zeigt sich, ob er im gesamten System “gerade” steht. Stimmt die Statik nicht, beginnt der Körper sich zu neigen.
Der Romberg’schen Stehversuch! Dies ergibt die Zeichen der Funktion der verschiedenen propriozeptiven Mechanismen, des Vestibularapparates und des Kleinhirns. Koordinationsstörungen lassen sich mit dem Rombergtest eruieren: Der Patient muß bei vorgestreckten Armen und geschlossenen Augen, sowohl bei parallel aneinander gestellten Füßen und nachdem er ein Bein vor das andere gestellt hat sein Gleichgewicht halten können. Normal ist eine anfängliche Unsicherheit zu bewerten. Als Fehlerquelle dieses Tests können Beinschwäche oder auch orthostatische Kreislaufstörungen des Patienten möglich sein. Der Romberg’sche Stehversuch ist Zeichen für eine Kleinhirnschädigung. Hypotonie von Muskelgruppen, der muskuläre Normotonus ist gestört durch Schwächung, es besteht eine Verbindung zum Vestibularisapparat, dadurch Schindel und Gangstörungen. Rückenmarkserkrankung, z.B. Tabes dorsalis = Rückenmarks Tb. Vestibularisstörung als Störung des statischen Organs mit Schwindel, das führt zur Gang- und Standstörung. Polyneuropathie als eine Erkrankung der peripheren Nerven nichttraumatischer Ursache. Meist an der unteren Extremität. Gekennzeichnet durch Sensibilitätsstörungen, Parästhesie, Abschwächung des Triceps surae Reflexes.
Zu beobachten ist aus dem Stand die Symmetrie des Körpers. Formabweichungen und Haltungsfehler der Wirbelsäule, Beckenstand, Gesäß-Beinquerfalte, Beinstand, Fußhaltung. Beginnen mit dem Kopf, seiner Stellung. Überprüfen der Neigung vor und rückwärts. Sie ist im Normalfall 45 Winkelgrad. Weiter die Achsendrehung von rechts nach links beiderseits, sie beträgt physiologisch 80 Winkelgrad. Bei der Kopfneigung nach vorn ist die Halswirbelsäule zu beobachten. Eventuell die Abstände der Dornfortsätze messen und schriftliches niederlegen des Ergebnisses. Der siebte Halswirbel, Prominenz, als stark gepolsterter Büffelhöcker oder Hormonbuckel bezeichneter knöcherner Vorstand. Das bedeutet eine Fehlstellung durch Fehlhaltung. Der Hormonbuckel als Verdickung um den Prominenzwirbel, siebte Halswirbel, ist gekennzeichnet durch “gute Polsterung” als eingelagerte geleeartige Gewebsflüssigkeit sichtbar. Es zeigt meist eine hormonelle Fehlreaktion an, sowie statische Veränderungen der Wirbelsäule und des Schulter-Beckengürtels. Möglicherweise atmungsspezifisch, als Störung im Lymphsystem oder Zahnwurzelgranulomen sichtbar. Das bedeutet weitere Befundaufnahmeschritte der Lymphknoten im Brust- und Halsgebiet, den Achselhöhlen und Brustpartien. Schilddrüsenuntersuchung nicht zu vergessen.
Lymphknoten unterscheiden sich zu Myogelosen:
linsen- bis haselnussgroße, plattrund- Erbsen- bis Taubeneingroße gel-
liche Organe. Sie sind verschieblich artige Gebilde, mit zum Teil
und nicht in hypertoner Muskulatur höckriger Oberfläche. Sie be-
zu finden. finden sich in hypertoner Mus-
kulatur.
Schulterstand und Schulterblätter sowie Armlängen sind zu messen. Dabei ist es wichtig ob manuell therapeutische Griffe oder kinetische Wirbelsäulentherapie angebracht erscheinen im oberen Bereich. Die Abstände der Brustwirbelsäule und Dornfortsätze sind besonderer Beachtung wert. Hier wird die seitliche Drehung und Verbiegung geprüft. Die Rückenform nicht außer acht lassen. Dasselbe in der Lendenwirbelsäule, die ja, wie die Halswirbelsäule, den beweglichsten Teil der Wirbelsäule darstellt. Die Funktionsprüfung der Wirbelsäule geschieht in der Drehung nach rechts und links und ergibt physiologisch einen 30 Winkelgrade. Die Rumpfneigung nach rechts und links ergeben normal 40 Winkelgrade. Die Abstände der Dornfortsätze sind mit einem Maßband oder einer Schieblehre zu messen. Sie betragen bei der Brustwirbelsäule normal 30 Zentimeter und erhöhen sich, in gebückter Haltung und mit den Fingern den Boden berührend, auf 38 Zentimeter.
Lendenwirbelsäule prüfen wir nach “Schober-Zeichen”, die Abstände der Dornfortsätze des fünften Lendenwirbels, der im Stand zehn Zentimeter beträgt, nach kranial festgelegt, und, nach vorn gebeugt, sich auf fünfzehn Zentimeter erhöht. Liegt die Messung unter fünf Zentimeter Unterschied, ist eine pathologische Veränderung eingetreten. Die Finger müssen in gebückter Haltung den Boden erreichen. Es schließt sich die unvermeidliche Messung und Befundaufnahme der Extremitäten an. Zunächst werden die Längen und Umfang verglichen und notiert. Bevor wir jetzt weitere Messungen am liegenden Patienten durchführen, wird in gebückter Haltung die Perkussion in den Zwischenwirbelräumen von kranial nach kaudal durchgeführt. Schmerzstellen werden markiert, was sehr wichtig ist für die evtl. erforderliche manuelle Behandlung oder kinetische Wirbelsäulentherapie. Der nächste Schritt der Befundaufnahme erfolgt am liegenden Patienten. Auf dem Bauch liegend, hängen die Füße über den Rand der Liege. Die Beine sind leicht gespreizt. Seine Arme hat der Patient rechts und links locker herunterhängen. Der Kopf ist auf dem negativ versenkbaren Kopfteil in gerader Stellung aufgelegt. Nun wird am lockeren Patienten die Beinlänge gemessen, zunächst vom Beckenrand rechts zum rechten inneren Fußknöchel (der mittleren Malleolengabel), also diagonal. Jetzt wird vom Hüftgelenksknochen (Trochanter Major), bis Fußinnenknöchel gemessen. Die Ergebnisse werden notiert und mit der Messung am linken Bein verglichen. Besteht nun eine Verblockung des Iliosakralgelenks, so scheint bei anatomisch gleichlangen Beinen das eine Bein im Stand länger als das andere. Das Os ilium ist ebenfalls “verdreht” und geht nicht mehr zurück. Hier ist die kinetische Wirbelsäulentherapie in Verbindung mit manueller Therapie angebracht. Durch Tasten des Sitzbeinhöckers stellen wir fest, in welcher Lage die Blockade des Iliosakralgelenkes ist. Zur prüfen als Sicherheit ist die Lage des Steißbeines. Dazu den Einmalhandschuh anziehen und tasten. Die Querlage des Steißbeines zeigt die Stellung der Lendenwirbel und zeigt einen wichtigen Schritt auf dem Weg der Behandlung. Durch gezielt eingesetzte Bewegungen sowohl passiv als aktiv kann der Patient selbst entsprechend einwirken. Für eine gezielte Behandlung ist wichtig dass zuerst die Beckenstatik wieder richtig gestellt wird. Erst danach erfolgen die anderen notwendigen Schritte der Behandlung. Nur so kann nach der Methodik die manuelle Therapie an der Wirbelsäule angewandt werden. Zuletzt erfolgt die Geradestellung des verlagerten Atlas. Eine Schiefstellung des Beckens hat immer einen verlagerten Atlas zur Folge. Die Behandlung erfolgt von kaudal nach kranial. Das Tasten braucht einige Übung und den genauen und gut ausgebildeten Therapeuten. Erwähnt dass die Steißbeinlage zur Seite des blockierten Ilio-Sakral-Gelenkes zeigt und die Stellung der Sitzbeinhöcker der blockierten Seite als Vorschreit- oder Rückschreitstellung für die kommende Behandlung von größter Wichtigkeit ist. Sind die Blockaden behoben, ergibt sich eine Kettenreaktion von Wirkungen auf die gesamte Wirbelsäule und positiv auf die Statik. Für einen Beckenschiefstand, bzw. Beinverkürzung spricht der Abrieb am Schuh. Es gilt diesen zu beobachten und entsprechend zu überprüfen welche Kriterien messbar sind. Leider ergibt dies nicht alles an Behandlungen und erfordert weitere anstrengende Maßnahmen des Therapeuten. Zu denken ist an das Baastrup-Syndrom, die ventralisierten Lendenwirbel. Der Patient gibt hier einen diffusen, eng umschriebenen Schmerz an, es können bereits erste Erscheinungen, z.B. Kribbeln in den Beinen, auftreten. Die Lage der Bandscheiben muß in die Behandlung mit einbezogen werden, damit ein Heraus gleiten während der Behandlung vermieden wird.







